Von der Zeugung bis zur Bahre: 

Unsere "wunderbare PFAS-Welt“

 

Es ist nicht nur für den Laien unmöglich, die heutigen Verwendungen der PFAS auch nur ansatzweise zu erfassen, auch die Fachleute versuchen ihr Glück bereits seit mehreren Jahren. Unterschiedliche chemische Gruppen, daraus resultierende verschiedene Anwendungsbereiche, gepaart mit Betriebsgeheimnissen und mangelhafter Deklaration resultieren in mangelhafter Transparenz. In einem 39-seitigen Übersichtsartikel(1) versuchen die Autoren, die heute bekannten Fakten zusammenzufassen, ohne dabei einen Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben, alleine die Übersichtstabellen belaufen sich auf zwölf Seiten. Man identifiziert für mehr als 1400 einzelne PFAS mehr als 200 Verwendungen in 64 Kategorien. Einige Produkte haben in ihren Bestandteilen sogar mehrere PFAS, so enthält ein Mobiltelefon laut der Studie beispielsweise eine Fluorpolymerverdrahtung, man fand PFAS in den Leiterplatten und Halbleitern sowie an dem Bildschirm, der mit einem fingerabdruckresistenten Fluorpolymer beschichtet ist. Und manches erscheint fast unlogisch, denn während man mit großem Aufwand und Kosten die PFAS aus dem Wasser und Abwasser filtert, können Filtermembranen mit PFAS-Polymeren beschichtet sein, um die Sorption von Verbindungen an den Filter selbst zu minimieren. Und eine der bekannten Methoden zur zuverlässigen Zerstörung der PFAS ist es, die Stoffe in den Zementfabriken bei hohen Temperaturen zu verbrennen, während man laut der Studie dem Zement selber auch PFAS als Additiv wieder hinzugibt.

 


Beispiele für PFAS: ja/nein/vielleicht?: 

sind in der PFAS-Broschüre ab Seite 58 aufgelistet: https://pfas-dilemma.info/pfas-broschuere

auch in den Blogbeiträgen gehe ich auf aktuelle Entwicklungen in Sachen PFAS ein:  https://pfas-dilemma.info/aktuelles

und auch die Studierenden haben sich damit beschäftigt: https://wmk-blog.de/2022/08/25/pfas-in-mittelbaden-ein-vergessener-skandal/, in der Broschüre, die wir zusammen in der Lehrredaktion Print am KIT erarbeitet haben, ab Seite 40

 

PFAS: Ja, nein, vielleicht?

Man findet diverse PFAS in Kosmetikartikeln, Küchenutensilien wie Teflonpfannen oder Muffinförmchen, in Outdoor- und Sportbekleidung, in Zelten, Schlafsäcken, Segeln, Sonnenschirmen oder Markisen. Teppiche, Möbel oder Kindersitze werden durch PFAS schmutz- und wasserabweisend.  Die schusssicheren Westen der Polizei sind damit beschichtet, ebenso die Schutzbekleidung von Feuerwehrleuten oder medizinischem Personal. Wer sich einen Überblick über die schier unendlichen Einsatzbereiche dieser persistenten Chemikalien verschaffen will, wird beispielsweise auf der Seite https://www.teflon.de  fündig.

Verbraucherfreundlich wäre es, die Verwendung der PFAS in den Produkten zu deklarieren, damit man sich bewusst dafür oder dagegen entscheiden kann. Darauf wird man aber wohl noch eine Weile warten müssen. Was man allerdings häufig findet, ist die Bezeichnung "PFOA-frei". PFOA ist aber nur eine von rund 5000 PFAS, das hört sich also gut an, sagt aber nicht viel aus.

All das zeigt sehr deutlich, wie weit diese Chemikaliengruppe verbreitet ist, so dass die Suche nach Alternativen daher eine sehr herausfordernde und umfangreiche Aufgabe ist und auch in Zukunft sein wird.

 

PFAS, ja, nein, vielleicht?

Die Frage kann nicht so leicht beantwortet werden,

weil es keine Kennzeichnungspflicht für PFAS gibt.

 

(1) An overview of the uses of per- and polyfluoroalkyl substances (PFAS), Glüge et al., 

Environ. Sci.: Processes Impacts, 2020, 22, 2345-2373

 

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Ja, nein, vielleicht?

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