85 Jahre PFAS-Geschichte im Fokus von ARTE
Die ARTE-Dokumentation „Gift in unserem Alltag – Die Plage der PFAS“ von Stenka Quillet und Quentin Noirfalisse beleuchtet die weltweite Verbreitung sogenannter Ewigkeitschemikalien (PFAS), die sich seit Ende der 1930er Jahre in Umwelt und menschlichem Körper anreichern und kaum abgebaut werden.
Die Dokumentation ist eine Reise durch die PFAS-Geschichte und spannt den Bogen von Betroffenen über journalistische Recherchen und wissenschaftliche Erkenntnisse bis hin zu juristischen Auseinandersetzungen durch Anwälte und Umweltorganisationen. Wieso ist es so schwierig, diese Stoffgruppe wirksam zu regulieren?
Filmdaten:
• Typ: Dokumentarfilm
• Regie: Stenka Quillet, Quentin Noirfalisse
• Produktion: ARTE (Frankreich / Deutschland / Belgien)
• Jahr: 2026
• Dauer: ca. 88 Minuten
• Verfügbarkeit: ARTE Mediathek
• Link: https://www.arte.tv/de/videos/121437-000-A/gift-in-unserem-alltag-die-plage-der-pfas
Please find the English translation at the end, entirely AI-generated.
PFAS revolutionieren die moderne Welt
PFAS wurden Ende der 1930er Jahre im Labor entwickelt und traten mit der Entwicklung von Teflon und Scotchgard einen beispiellosen Siegeszug um die ganze Welt an. Tausende von Chemieprodukten trugen zu einem besseren Leben bei und sind heute allgegenwärtig: von der Zahnseide über den Herzschrittmacher bis zu den Batterien der Energiewende oder dem Marsroboter. Die Risiken waren den Firmen bekannt, sie wurden aber nicht kommuniziert und die Welt blieb bis Beginn der 2000er Jahre ahnungslos.
Erst die gesundheitlichen Folgen wie Leber-, Nieren- oder Hodenkrebs, missgebildete Kinder und ein ewiger Verbleib (Persistenz) der PFAS in der Umwelt führten zu unabhängigen Forschungen - und zu niederschmetternden Erkenntnissen: PFAS sind Fluch und Segen zugleich; sie verbreiten sich über die Luft, den Regen , die Gewässer.
"Und die Welt stellt fest, dass der vermeintliche Wunderstoff den Planeten bis in den letzten Winkel kontaminiert hat" (Zitat Sprecher ARTE-Doku)
Man sucht nach Wegen, die PFAS zu regulieren und zu verbieten, die Lobbyarbeit hält dagegen. Aber letztendlich bleibt uns keine andere Option als ein Leben ohne PFAS zu entwickeln.
Die Betroffenen und die PFAS
Landkreis Rastatt / Baden-Württemberg / Deutschland
Für mich als direkt Betroffene, darüber Schreibende und im Film-Mitwirkende steht hier natürlich der Rastatt-Case in Baden-Württemberg an erster Stelle. Das Filmteam um Quentin Noirfalisse war mehrere Tage vor Ort, um einen Ausschnitt aus den Folgen der großflächigen Belastung zu dokumentieren.
Hier sind 1105 Hektar Böden und rund 127 km² Grundwasser mit diversen PFAS belastet; Grund sind Papierschlamm-Komposte, die PFAS enthielten und wohl seit Anfang der 2000er Jahre als Bodenverbesserer auf die Äcker kamen.
Heute finden sich die Stoffe im Blut der Menschen, die Landwirtschaft wird kontrolliert und das Trinkwasser der Region muss gereinigt werden. Mit 250 Tonnen Aktivkohle hat man in den letzten drei Jahren 1 Kilogramm PFAS aus dem Rohwasser geholt. Das Team filmte den Besuch im Wasserwerk mitsamt der Aktivkohlefilter, die für sauberes Trinkwasser sorgen.
Ebenso waren wir beim Vor-Erne-Monitoring (VEM) dabei, mit dem die Landwirtschaft aufrecht erhalten und der Verbraucherschutz gewährleistet wird.

Was das Team, anders als in den anderen Regionen, nicht filmen konnte, war ein Verantwortlicher für die PFAS-Belastung. Hier gibt es kein Werk von 3M, Dupont, Solvay und auch kein Miteni.
Dafür gibt es 14 Papierfabriken, die den Papierschlamm geliefert haben und die in der Anonymität versunken sind. Die Namen der Firmen sind öffentlich nicht bekannt, die Staatsanwältin hat nicht gegen sie ermittelt. Dafür gibt es den Komposthändler, der sich vor Gericht verantworten muss.
Nach einem ersten Urteil hat das Landgericht Baden-Baden in einem Zivilprozess im Juli 2024 eine Haftung des Kompost-Unternehmens und pflichtwidriges Handeln des Vorstands festgestellt. Die Schadensersatzpflicht umfasst bereits entstandene und künftig mögliche Schäden. Die Berufung läuft.
Aus meiner Sicht und im Vergleich zu den anderen Fällen ist das eher unbefriedigend, das Verursacherprinzip greift hier nicht und eine wie auch immer geartete Verantwortung wird deligiert. Eine großflächige Sanierung ist weder möglich noch bezahlbar.
„Das muss man bezahlen, dann ist wieder die interessante Frage: Wer bezahlt das? Der Landwirt, dem der Acker gehört, der Komposthändler, der es aufgebracht hat oder die Papierfabriken, die nicht in Erscheinung treten? (Patricia Klatt, Journalistin).
Der Komposthändler wurde vom Verwaltungsgericht zur teilweisen Übernahme der Bodenuntersuchungen verpflichtet. In der Realität werden die bisherigen Kosten von > 50 Mio. € von der Allgemeinheit und den Wasserwerken/-kunden getragen.
Der Film zeigt weitere Beispiele, in verschiedenen Ländern, mit verschiedenen PFAS und mehreren Firmen als Verantwortliche. Die Gegenwehr ist dort konzentriert und erfolgreich.
Zwijndrecht / Antwerpen / Belgien
In Zwijndrecht (bei Antwerpen) hat der US-Konzern 3M über Jahrzehnte die PFAS-Chemikalie PFOS produziert. Böden und Grundwasser sind stark kontaminiert, das Blut der Anwohner enthält PFAS. 3M hat zugestimmt, über 550 Millionen Euro für die Sanierung zu zahlen. In Antwerpen hat Anfang 2026 der Zivilprozess gegen das US-Chemieunternehmen 3M Belgium begonnen.
Jeroen van Reeth und seine Frau Carolien Van der Cruyssen leben seit 12 Jahren in ihrem Haus in Zwijndrecht, sie haben PFAS im Blut und warten seit Jahren auf den Austausch ihres belasteten Gartenbodens. Über die PFAS-Produktion hat die Familie am Anfang nicht nachgedacht, denn:
„Die Industrie beschäftigt sich doch heute mit Themen wie Nachhaltigkeit, Gesundheit und Umweltschutz, oder?“ (Carolien Van der Cruyssen, Betroffene).
Parkersburg / West Virginia / USA
Der Chemiekonzern DuPont kontaminierte über Jahrzehnte das Trinkwasser in Parkersburg mit dem PFAS PFOA. Der jahrelange Rechtsstreit durch Anwalt Robert Bilott deckte die systematische Vertuschung der Gesundheitsrisiken auf und zwang den Konzern zu Entschädigungszahlungen in dreistelliger Millionenhöhe. Robert Billot erzwang die Herausgabe interner Dokumente von Dupont, um die Zusammenhänge zu verstehen und zu veröffentlichen.
„Wir wurden mit Dokumenten überhäuft. Die dachten wohl, wenn wir ihnen nur genug Informationen geben, dann wird schon keiner alles lesen. (…) Ich habe jedes einzelne Dokument ausgewertet und zusammengesetzt“ (Robert Billot, Anwalt).
Der Fall wurde auch verfilmt (Vergiftete Wahrheit).
Salindres / Departement Gard / Frankreich
Der PFAS-Skandal in Salindres im Süden Frankreichs betrifft eine massive Umweltverschmutzung durch das PFAS TFA. Als Hauptverursacher gilt die Chemieanlage von Solvay. Die französische Umweltschutzorganisation Générations Futures veröffentlicht 2024 einen Bericht über eine „erhebliche Kontamination mit PFAS in Oberflächen- und Trinkwasser“ in und um Salindres. Aktivisten, Betroffene und Beschäftigte der Firma wehren sich gemeinsam:
„Die Behörden schauen weg, denn hinzusehen würde bedeuten, handeln zu müssen, und das würde Milliarden kosten“ (Zitat ARTE-Doku).
Später wird die Chemieanlage von Solvay aus „wirtschaftlichen Gründen“ geschlossen.

Die Wissenschaft und die Kommunikation
Neben diesen Fällen wird in der ARTE-Dokumentation immer wieder deutlich, dass wir heute nirgendwo auf der Welt mehr ein Erkenntnisproblem im Bezug auf die PFAS-Belastung und ihre Folgen haben. Die Wissenschaft hat seit Anfang der 2000er Jahre rasante Fortschritte gemacht und die Liste der Publikationen ist sehr sehr groß.
Was wir allerdings haben, ist ein Problem mit der Umsetzung der daraus folgenden Konsequenzen und weltweit eine starke Lobbyarbeit der Industrie.
Hans Peter Arp, Ian Cousins und Gretta Goldenmann stehen für die PFAS-Forschung und lassen in der Doku keinen Zweifel daran:
• Im europäischen Wirtschaftsraum werden die gesundheitlichen Folgen für die 520 Mio. Menschen dort jährlich zwischen 52 und 84 Milliarden Euro liegen (Gretta Goldenmann, US-Juristin im Ruhestand von der Universität Berkeley)
• Es gibt Alternativen zu PFAS; die Firmen wollen nicht umsteigen, denn die Entwicklungen kosten Geld. Doch Investoren und Versicherungen beschäftigen sich jetzt intensiv mit PFAS, die enormen Kosten könnten starke Treiber für Veränderungen sein (Ian Cousins, Universität Stockholm)
• Wir lassen die rasante Anreicherung von TFA zu, bevor es überhaupt eine echte Risikobewertung gibt. Der Umgang mit TFA folgt dem bekannten PFAS-Schema, so als hätten wir nichts dazugelernt (Hans Peter Arp, Norwegian Geotechnical Institute (NGI))

Die Erkenntnisse der Forscher helfen allerdings nur einem kleinen Kreis, wenn sie die Labore nicht verlassen und „nur“ in den wissenschaftlichen Publikationen erscheinen.
Für die Übersetzung sind Journalistinnen und Journalisten notwendig, die auch an der Aufdeckung der Skandale beteiligt waren. Quillet und Noirfalisse lassen beispielhaft einige zu Wort kommen.
Dazu gehören die Recherchen von Stéphane Horel / Le Monde und dem europäischen Journalistenteam, das die europäische PFAS-Belastung im Forever Pollution Project (2023) erarbeitete und rund 45.000 Punkte auf Karten für alle einsehbar zusammenfasste. Zu der allgemeinen PFAS-Belastung würden neben den Produzenten auch Industriezweige wie Papierfabriken, Standorte wie Müllverbrennungsanlagen sowie die Orte, an denen Löschschäume eingesetzt wurden, beitragen, so Horel.
„Der Handlungsdruck ist nicht zu übersehen, kein Land bleibt verschont“ (Stéphane Horel, Le Monde)
Ein Jahr später folgten die Ergebnisse des Forever Lobbying Projects (2024). Beides war bahnbrechend, aufrüttelnd und führte zu einem Umdenken; Lobbyisten wurden weniger glaubwürdig.
Thomas Goorden, Journalist mit Schwerpunkt Umwelt, ist ein belgischer Physiker und Umweltaktivist, der als Schlüsselfigur im PFAS- und PFOS-Skandal um das Chemieunternehmen 3M in Zwijndrecht bekannt wurde. Er habe im Jahr 2023 über Umwege Dokumente über die Verschmutzung um die 3M-Fabrik erhalten, sagt Gordon.
„Als ich die Zahl der PFAS-Belastung im Grundwasser las, dachte ich zuerst, dass das Komma in der Zahl verrutscht sein müsste, weil die Konzentrationen mehr als 1000-mal höher waren als ich erwartet hatte“.
Patricia Klatt, Journalistin mit Schwerpunkt PFAS und Umwelt, ist Biologin und Gründerin der Website pfas-dilemma.info. Sie recherchiert seit 2010 zu Umwelt- und Gesundheitsthemen, mit Schwerpunkt PFAS, und gehört zu den wenigen Journalistinnen in Deutschland, die sich kontinuierlich und vertieft mit PFAS befassen. In der ARTE-Doku berichtet sie über die Belastung rund um Rastatt.
Umweltaktivisten und große Erfolge
Wie gesagt: ein Umsetzungsproblem… Das gilt aber nicht generell, denn es gibt sie, die Gegenwehr. Weltweit kämpfen Umweltgruppen und Aktivisten um Gerechtigkeit in Sachen „PFAS-Folgen“. In der Dokumentation werden zwei ausführlicher vorgestellt:
• Avonna Starck, State Director von Clean Water Action Minnesota, einer Umweltorganisation, die sich für den Schutz von sauberem Wasser und der öffentlichen Gesundheit einsetzt. Starck sagt über die PFAS, die in Minnesota das Trinkwasser belasten: „Die Produktion muss gestoppt werden, damit Sanierung auch Sinn ergibt“. Mit Avonnas Starcks Führung wurde Minnesota der erste Staat, der die umfassendsten PFAS-Verbote der Welt verabschiedete, die als Amaras Gesetz bekannt sind. Benannt nach der jungen Leberkrebs-Patientin Amara Strande, die 2023 gestorben ist.
„Diese junge Frau zu sehen, die an ihrem Trinkwasser stirbt, das hat etwas bewirkt“ (Avonna Starck)
• Mamme No PFAS um Cristina Cola ist eine Gruppe von rund 60 Müttern, die gegen PFAS-Kontamination in Italien protestieren. Die Initiative entstand im Zusammenhang mit der großflächigen Kontamination von Trinkwasser durch den Chemiekonzern Miteni, die tausende Menschen betraf.
„Entstanden ist die Bewegung, weil wir alle so wütend waren und auch, weil es an Antworten fehlte“, sagt Cola.
2021 wurde der Konzern Miteni von rund 300 zivilen Parteien verklagt, darunter auch Mammes No PFAS. Im Juni 2025 wurden 11 ehemalige Führungskräfte des Chemieunternehmens Miteni von einem Strafgericht in Vicenza im Nordosten Italiens zu insgesamt 141 Jahren Gefängnis verurteilt.
Auch Rob Billot sagte in diesem Prozess aus und seine Dokumente aus West Virginia waren dabei wichtig für die Urteilsfindung. Es sind in Europa dieselben Chemikalien wie in den USA, so Billot.
„Es ist entscheidend, Erfahrungen und Erkenntnisse zu teilen“ (Arte-Doku-Zitat)

Die Regulierung – Ausweg aus dem PFAS-Dilemma?
Einige US-Bundesstaaten haben einige PFAS reguliert und in Europa liegt ein umfassender Beschränkungsvorschlag auf dem Tisch der Europäischen Chemikalienagentur ECHA. Der Gegenwind ist beachtlich, aber die Lobbyisten spielen ein doppeltes Spiel. Sie befürworten das Verbot von PFAS in Alltagsprodukten und wollen die Verwendung in den lukrativen Bereichen wie Rüstungsindustrie, Medizinprodukten sowie der Digitalwirtschaft erhalten. Mit diesem Vorschlag der Industrie würden aber nur 20 Prozent der PFAS-Verschmutzung verhindert.
„In Brüssel dreht sich heute alles um die Wettbewerbsfähigkeit und leider wird auch die PFAS-Debatte daran aufgehängt, statt an dem, was wirklich zählt, der Gesundheit europäischer Bürgerinnen und Bürger“, sagt Vicky Cann von dem Corporate Europe Observatory.
Aber vielleicht nähert sich der Kontinent angesichts aller Argumente, die in der ARTE-Dokumentation eindrucksvoll zusammengeführt werden, letztendlich doch einer PFAS-Gruppen-Beschränkung mit nur wenigen Ausnahmen? Diese Frage kann auch der Film nicht beantworten; die Zeit wird es zeigen.

Alle Zitate stammen aus der ARTE-Dokumentation „Gift in unserem Alltag – Die Plage der PFAS“ von Stenka Quillet und Quentin Noirfalisse.
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👉 English translation, entirely AI-generated:
85 Years of PFAS History in Focus; What Comes Next?
The ARTE documentary “PFAS An Everyday Poison” by Stenka Quillet and Quentin Noirfalisse sheds light on the global spread of so-called “forever chemicals” (PFAS), which have been accumulating in the environment and the human body since the late 1930s and hardly degrade.
The documentary is a journey through the history of PFAS, spanning from those affected to journalistic investigations and scientific findings, all the way to legal disputes pursued by lawyers and environmental organisations. Why is it so difficult to effectively regulate this group of substances?
“We have no choice. This is our responsibility and our action.”
(Hans Peter Arp, Norwegian Geotechnical Institute (NGI))
Film Data:
Type: Documentary
Directed by: Stenka Quillet, Quentin Noirfalisse
Production: ARTE (France / Germany / Belgium)
Year: 2026
Duration: approx. 88 minutes
Availability: ARTE Media Library
Link: https://www.arte.tv/en/videos/121437-000-A/pfas/
PFAS Revolutionise the Modern World
PFAS were developed in laboratories in the late 1930s and, with the development of Teflon and Scotchgard, began an unprecedented global triumph. Thousands of chemical products contributed to a better life and are now ubiquitous: from dental floss to pacemakers, from batteries for the energy transition to Mars rovers. The risks were known to the companies but were not communicated, and the world remained unaware until the early 2000s.
Only the health consequences – such as liver, kidney or testicular cancer, malformed children, and the persistent presence of PFAS in the environment – led to independent research and to devastating findings: PFAS are both a curse and a blessing; they spread through the air, the rain, and waterways.
“And the world realises that the supposed wonder material has contaminated the planet down to its most remote corners” (quote from ARTE documentary narrator)
Efforts are being made to regulate and ban PFAS, while lobbying works against these measures. Ultimately, however, we have no option but to develop a life without PFAS.
Those Affected and PFAS
District of Rastatt / Baden-Württemberg / Germany
For me, as someone directly affected, writing about it and participating in the film, the Rastatt case in Baden-Württemberg naturally takes centre stage. The film team led by Quentin Noirfalisse spent several days on site documenting part of the consequences of the large-scale contamination.
Here, 1,105 hectares of soil and around 127 km² of groundwater are contaminated with various PFAS. The cause is paper sludge compost containing PFAS, which was apparently applied to fields as a soil improver since the early 2000s. Today, these substances are found in people’s blood, agriculture is being monitored, and the region’s drinking water must be treated. Over the past three years, 1 kilogram of PFAS has been removed from raw water using 250 tonnes of activated carbon. The team filmed a visit to the waterworks, including the activated carbon filters that ensure clean drinking water.
We also accompanied the Pre-Harvest Monitoring (VEM), which ensures the continuation of agriculture and consumer protection.
What they could not film here, unlike in other regions, was a responsible party for the PFAS contamination. There is no plant belonging to 3M, DuPont, Solvay, nor any Miteni. Instead, there are 14 paper mills that supplied the paper sludge and have disappeared into anonymity. The names of the companies are not publicly known, and the public prosecutor has not investigated them. Instead, there is the compost trader who must answer in court. Following an initial ruling, the Regional Court of Baden-Baden determined in a civil case in July 2024 that the compost company is liable and that its management acted in breach of duty. The obligation to pay damages includes both existing and potential future damages. The appeal is ongoing.
From my perspective, and compared to other cases, this is rather unsatisfactory; the polluter pays principle does not apply here, and responsibility is delegated in one way or another. Large-scale remediation is neither feasible nor affordable.
“This has to be paid for, and then the interesting question arises: who pays for it? The farmer who owns the field, the compost trader who applied it, or the paper mills that do not appear?” (Patricia Klatt, journalist)
The administrative court has required the compost trader to partially cover the costs of soil testing. In reality, the costs to date of more than €50 million have been borne by the general public and water suppliers/customers.
The film presents further examples from different countries, involving various PFAS and multiple responsible companies. There, resistance is more concentrated and successful.
Zwijndrecht / Antwerp / Belgium
In Zwijndrecht (near Antwerp), the US corporation 3M produced the PFAS chemical PFOS for decades. Soil and groundwater are heavily contaminated, and residents’ blood contains PFAS. 3M has agreed to pay over €550 million for remediation. In Antwerp, the civil case against 3M Belgium began in early 2026.
Jeroen van Reeth and his wife Carolien Van der Cruyssen have lived in their home in Zwijndrecht for 12 years. They have PFAS in their blood and have been waiting for years for their contaminated garden soil to be replaced. Initially, the family did not think much about PFAS production:
“Surely industry nowadays deals with issues such as sustainability, health, and environmental protection, doesn’t it?” (Carolien Van der Cruyssen, affected resident)
Parkersburg / West Virginia / USA
The chemical company DuPont contaminated drinking water in Parkersburg with the PFAS PFOA for decades. Years of litigation led by lawyer Robert Bilott exposed the systematic concealment of health risks and forced the company to pay compensation amounting to hundreds of millions. Robert Bilott compelled the release of internal DuPont documents to understand and publish the connections.
“We were flooded with documents. They probably thought that if they gave us enough information, no one would read it all. (…) I analysed every single document and pieced them together.” (Robert Bilott, lawyer)
The case was also adapted into a film (Dark Waters).
Salindres / Gard Department / France
The PFAS scandal in Salindres in southern France involves massive environmental pollution caused by the PFAS TFA. The main source is considered to be a Solvay chemical plant. In 2024, the French environmental organisation Générations Futures published a report on “significant PFAS contamination in surface and drinking water” in and around Salindres. Activists, affected residents, and company employees are resisting together:
“The authorities look away, because looking would mean having to act, and that would cost billions” (quote from ARTE documentary)
Later, the Solvay chemical plant is closed for “economic reasons”.
Science and Communication
Alongside these cases, the ARTE documentary repeatedly makes clear that today there is no longer a lack of knowledge anywhere in the world regarding PFAS contamination and its consequences. Science has made rapid progress since the early 2000s, and the number of publications is very, very large.
What we do have, however, is a problem in implementing the resulting consequences and, worldwide, strong industry lobbying.
Hans Peter Arp, Ian Cousins, and Gretta Goldenman represent PFAS research and leave no doubt in the documentary:
In the European Economic Area, the health impacts for its 520 million inhabitants are estimated at between €52 and €84 billion annually (Gretta Goldenman)
There are alternatives to PFAS; companies are unwilling to switch because development costs money. However, investors and insurers are now focusing intensively on PFAS, and the enormous costs could become strong drivers for change (Ian Cousins)
We are allowing the rapid accumulation of TFA before there is even a proper risk assessment. The handling of TFA follows the familiar PFAS pattern, as if we had learned nothing (Hans Peter Arp)
However, the findings of researchers only reach a small audience if they do not leave laboratories and appear “only” in scientific publications. Journalists are needed for translation into public understanding, and they have also played a key role in uncovering the scandals. Quillet and Noirfalisse give several of them a voice.
These include the investigations by Stéphane Horel of Le Monde and a European team of journalists who mapped PFAS contamination across Europe in the Forever Pollution Project (2023), identifying around 45,000 sites accessible to the public. In addition to producers, industries such as paper mills, sites such as waste incineration plants, and locations where firefighting foams were used all contribute to general PFAS contamination, according to Horel.
“The pressure to act is unmistakable; no country is spared” (Stéphane Horel, Le Monde)
One year later, the results of the Forever Lobbying Project (2024) followed. Both were groundbreaking and eye-opening, leading to a shift in thinking; lobbyists became less credible.
Thomas Goorden, a journalist specialising in environmental issues, is a Belgian physicist and environmental activist known as a key figure in the PFAS and PFOS scandal involving 3M in Zwijndrecht. He states that in 2023 he obtained documents on contamination around the 3M plant through indirect channels.
“When I read the level of PFAS contamination in groundwater, I initially thought the decimal point must have been misplaced, because the concentrations were more than 1,000 times higher than I had expected.”
Patricia Klatt, a journalist specialising in PFAS and environmental issues, is a biologist and founder of the website pfas-dilemma.info. She has been researching environmental and health topics since 2010, with a focus on PFAS, and is one of the few journalists in Germany to work continuously and in depth on this subject. In the ARTE documentary, she reports on contamination around Rastatt.
Environmental Activists and Major Successes
As mentioned: an implementation problem… However, this does not apply universally, as resistance does exist. Environmental groups and activists worldwide are fighting for justice regarding the “consequences of PFAS”. The documentary presents two in greater detail:
Avonna Starck, State Director of Clean Water Action Minnesota, an environmental organisation committed to protecting clean water and public health. Regarding PFAS contaminating drinking water in Minnesota, Starck says: “Production must be stopped so that remediation makes sense.” Under her leadership, Minnesota became the first state to adopt the most comprehensive PFAS bans in the world, known as Amara’s Law, named after the young liver cancer patient Amara Strande, who died in 2023.
“Seeing this young woman die from her drinking water had an impact” (Avonna Starck)
Mammes No PFAS, led by Cristina Cola, is a group of around 60 mothers protesting PFAS contamination in Italy.
“The movement emerged because we were all so angry and because there was a lack of answers,” says Cola.
The initiative arose in connection with widespread drinking water contamination by the chemical company Miteni, affecting thousands of people. In 2021, around 300 civil parties, including Mammes No PFAS, brought a lawsuit against Miteni. In June 2025, 11 former executives of the company were sentenced by a criminal court in Vicenza in north-eastern Italy to a total of 141 years in prison.
Robert Bilott also testified in this trial, and his documents from West Virginia were crucial in reaching the verdict. The same chemicals are used in Europe as in the USA, Bilott notes. “It is essential to share experiences and knowledge.”
Regulation – A Way Out of the PFAS Dilemma?
Some US states have regulated certain PFAS, and in Europe a comprehensive restriction proposal is under consideration at the European Chemicals Agency (ECHA). Opposition is considerable, and lobbyists are playing a double game. They support banning PFAS in everyday products while seeking to retain their use in lucrative sectors such as the defence industry, medical devices, and the digital economy. However, this industry proposal would prevent only 20 per cent of PFAS pollution.
“In Brussels today, everything revolves around competitiveness, and unfortunately the PFAS debate is also framed in these terms, rather than focusing on what really matters – the health of European citizens,” says Vicky Cann of the Corporate Europe Observatory.
Yet perhaps, in light of all the arguments brought together so compellingly in the ARTE documentary, the continent may ultimately move towards a group restriction on PFAS with only a few exceptions? The film cannot answer this question; time will tell.
All quotations are taken from the ARTE documentary ““PFAS An Everyday Poison”” by Stenka Quillet and Quentin Noirfalisse. (also German version, KI-translated).
© Patricia Klatt / pfas-dilemma.info

