Wissenschaft-Medien-Kommunikation ... und PFAS

„Zehn Jahre PFAS-Skandal in Mittelbaden“, das ist ein zweifelhaftes Jubiläum, über das sich niemand freuen dürfte. 1215 Hektar Ackerfläche und mehr als 58 Quadratkilometer des Grundwassers sind mit per- und polyfluorierten Chemikalien (PFAS) belastet, mit weitreichenden Folgen von unbekannter Dauer für die gesamte Region. 13 Studierende der journalistischen Lehrredaktion des Studiengangs „Wissenschaft – Medien – Kommunikation“ (WMK) am KIT beschäftigten sich im Sommersemester mit den ganz unterschiedlichen Aspekten des Skandals und erstellten eine Broschüre zu diesem Thema.

Die ist nun online auf der Seite des WMK-Blogs abrufbar: https://wmk-blog.de/ ebenso wie auf der WMK-Medienplattform https://medienplattform.wmk-karlsruhe.de/pfas-in-mittelbaden-ein-vergessener-skandal/ 

 

Update August 2022:

Viele Wochen Recherche, Schreiben, Gestalten und Layout liegen nun hinter den Studierenden und das Ergebnis ist eine Broschüre, die einfach richtig gut geworden ist. Sie greift nicht nur neue Aspekte des PFAS-Skandals in Mittelbaden auf, sondern lenkt den Blick auch auf die Social-Media, die bei diesem Thema noch ein bisschen Luft nach oben haben. Abgesehen von der Stabsstelle PFC haben Ministerien und Behörden Instagram-Kanäle, aber keine PFAS-Rubrik, die Suche der Studierenden war mühsam und zeitaufwändig.

Die Broschüre kann unter den beiden oben genannten links herunter geladen werden, viel Spaß beim Lesen :)

 

Update Anfang Juli 2022:

Kurz vor Ende der Lehrredaktion steigt der Stresspegel, denn diverse Corona-Infektionen haben den Zeitplan durchkreuzt. Aber eine Lehrredaktion soll ja nahe an der Praxis sein und so lernen die Studierenden dann auch gleich mal nebenbei, dass ein Zeitplan manchmal eben nur eine nette Vorgabe ist.

Ich bin von meinem Kurs sehr angetan, denn die Studierenden haben es zum einen wunderbar hinbekommen, ein kompliziertes Thema verständlich umzusetzen mit Beiträgen über das Landratsamt, Sanierungsprojekte, Betroffene und die Juristerei :)

Zum anderen haben sie aber auch die Schwächen in der Kommunikation aufgelistet, und wieder einmal ist da die Frage nach der Zielgruppe bei den vielen Informationen, die es ja ohne jeden Zweifel gibt? Die Studierenden finden mehrheitlich: sie sind es wohl eher nicht. Zitat: „Allgemein würde ich mir überschaubare leicht verständliche Informationen wünschen, die auf allen gängigen Kanälen verfügbar gemacht werden. Außerdem sollte versucht werden, auch die jüngere Generation anzusprechen und diese über Soziale Medien regelmäßig auf dem Laufenden zu halten“.

Artikel, Infokästen, Grafiken, Titelbild(er), Kommentare und Forderungen, mehr sage ich nicht über die Broschüre, die nun von dem Layout-Team erstellt wird :), einfach nur: sie ist sehr lesenswert!

 

Update Juni 2022:

Mittlerweile ist es Anfang Juni und es liegen mehrere Kurstage hinter uns. 
Die Studierenden haben sich intensiv mit dem Thema PFAS in Mittelbaden auseinandergesetzt; jede Gruppe stellte Presseanfragen und hatte Interview-Termine. Insgesamt waren die Erfahrungen  gut, man nahm die Fragen der Studis ernst und auch die Anfragen wurden in der Regel bereitwillig beantwortet. Die Gruppen hatten Vor-Ort Termine in Forschungseinrichtungen, verschiedenen Behörden und sprachen auch mit Betroffenen der PFAS-Belastung in Mittelbaden und manche Studierenden mussten auch spontan umplanen, weil zum Beispiel die für den 13.6. angesetzte Gerichtsverhandlung (Stadtwerke Rastatt gegen den Komposthändler) abgesetzt wurde. 
An jedem Kurstag  wurde die PFAS-Problematik immer wieder von „vorne bis hinten“ durchdiskutiert und manche Fragen konnten auch schlichtweg nicht beantwortet werden. Der Rahmen für die diesjährige Broschüre für den WMK-Blog am KIT steht aber fest. Es wird nicht zwei, sondern drei große Blöcke geben, denn es ergab sich für die Studierenden während ihrer Recherchen die Notwendigkeit eines dritten Teils: PFAS-frei, wo findet man welche Infos, wer ist Ansprechpartner und warum ist das so aufwändig, sich die Sachen zusammenzusuchen? 

Ein gewisser Unmut macht sich manchmal breit und es stellt sich für mich erneut die Frage nach der Kommunikation: wen will man erreichen und hat man auch an die junge Generation gedacht? Was ist mit den Social Media Kanälen? Man darf gespannt sein, zu welchen Erkenntnissen die Studierenden kommen werden.

 

April 2022:

Karlsruhe ist nicht weit weg von der Region Mittelbaden. Trotzdem hat kein Studierender etwas von der dortigen PFAS-Belastung gehört. Man begibt sich im Internet auf Spurensuche - und wird wieder einmal direkt mit der unterschiedlichen Terminologie konfrontiert. PFC, PFAS, ja was denn nun? Zu PFC findet man nicht viel,  "Wird nach Lösungen gesucht, gibt es genug Studien? Wer hat Schuld? Was ist mit den Betroffenen, nehmen die das einfach hin? Was ist mit den Lösungen, sind alle sehr aufwändig, fast unmöglich umzusetzen und sehr teuer?  Und warum hat der Komposthändler PFC verteilt? Gibt es häufiger PFC in Papierschlämmen, ist es verboten, diese Schlämme zu verwerten?" Je nach Quelle sind die Infos dürftig erklärt, so der allgemeine Tenor. Auch die überregionale Berichterstattung erscheint eher dürftig, sind mehr Bereiche PFC-belastet, ist es ein „Stellvertreter-Skandal?“ Viele Fragen bleiben nach der ersten Internet-Recherche offen und man empfindet es als mühsam, die richtigen Informationen zu finden. In den verschiedenen Suchmaschinen wiederholen sich die gleichen Beiträge, die oft Antworten vermissen lassen. Und es bleibt die Frage, wieso PFC und PFAS? Für den Laien ist das unverständlich. Die internationale Bezeichnung der fluorierten Chemikalien ist PFAS, per- and polyfluoralkylsubstances.

Am zweiten Kurstag haben sich die Studierenden bereits intensiv mit dem Skandal auseinander gesetzt und es haben sich die beiden Blöcke: "Folgen der PFAS/PFC-Belastung in Mittelbaden" und die "Kommunikation von Behörden, Medien und den Social-Media-Kanälen"  herauskristallisiert. Insbesondere beim zweiten Block gibt es einige Verbesserungsvorschläge. Presseanfragen werden formuliert und losgeschickt, man ist gespannt auf die Antworten.

Fortsetzung folgt.....

 

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