PFAS: Aus dem Boden in die Würmer in den Menschen?

Am 15.2. ist der Tag des Regenwurms - und auch hier kommen die PFAS ins Spiel....Denn die Regenwürmer nehmen die Chemikalien aus der Erde auf und da Regenwürmer eine Art Grundnahrungsmittel für viele Tiere sind, gelangen so auch die PFAS weiter in die Nahrungskette und landen letztendlich manchmal auch auf unseren Tellern.

In den Untersuchungen der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) zeigte "sich ein deutlicher Übertritt der in den Böden gemessenen PFAS ins Nahrungsnetz, in dem in den Regenwürmern eine extrem starke Anreicherung der PFC vorzufinden war. Regenwürmer haben im Vergleich zu anderen Bodenlebewesen eine lange Lebensdauer (etwa 2 – 8 Jahre) und können daher vorhandene Schadstoffbelastungen über mehrere Jahre akkumulieren. Sie besitzen eine permeable Hautstruktur, sodass neben Wasser und Atemgasen auch Schadstoffe über die Haut aufgenommen werden können und befinden sich in ständigem Bodenkontakt sowohl über die Haut als auch über den Darm."

Die Regenwürmer werden unter anderem von Kleinsäugern gefressen, man fand extrem hohe PFAS-Werte in der Leber von Spitzmäusen. Die LUBW kommt zu dem Schluss, dass solche Kleinsäuger eine wichtige Nahrungsquelle für Raubvögel und Raubtiere sind und weiter geht es dann mit der Anreicherung der PFAS in den Ökosystemen und der Nahrungskette.

Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Freiburg hat 44 Leberproben von Wildschweinen aus ganz Baden-Württemberg untersucht und das Wildschwein an sich isst ja gerne mal alles mögliche wie auch Mäuse oder Regenwürmer. In den untersuchten Wildschweinen fanden sich durchgehend "PFAS-Gehalte in einer Höhe, welche dazu führten, dass diese Wildschweinlebern als nicht verkehrsfähig deklariert wurden, denn die tolerierbare wöchentliche Aufnahmemenge für PFOS bezogen auf den Menschen (TWI-Werte der EFSA, 2018) wäre mit etwa 3 g Wildschweinleber bei einem mittleren PFOS-Wert von 300 ng/g in den Lebern bereits ausgeschöpft gewesen".

Nun isst man Wildschweinleber nicht wirklich häufig, aber es zeigt sich die mögliche Anreicherung der PFAS in der Nahrungskette, die in Kombination mit den stark abgesenkten tolerierbaren Werten (TWI-Werte) für PFAS nicht unbedenklich ist.

"Die Ergebnisse zeigen, dass PFAS das Potential besitzen, sich entlang des terrestrischen Nahrungsnetzes anzureichern", heißt es auch in dem Bericht der LUBW, nachteilige chronische Effekte seien nicht auszuschließen.

Untersuchungen der LUBW: PFC in Böden und Übertritt in die Nahrungskette (2021), https://pd.lubw.de/1016

Und hier auch noch der Link des NABU-BW zum Tag des Regenwurms

 

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